Opiat- und Alkoholkonsum, Crack, Stimulanzien oder Rauchen belasten die Gesundheit von Schwangeren und ihrer Kinder. Sucht und selbstzerstörerisches Verhalten sind oft mit Traumata, Gewalterfahrungen und in der Folge mit Angst und Mistrauen verbunden.
Eine resultierende Ambivalenz bereitet uns Probleme für den Umgang mit ihnen. Dabei kann das NADA-Protokoll (NP) eine wichtige Rolle spielen, um Sicherheit zu vermitteln und Vertrauen herzustellen. Das erleichtert die medizinische und psychosoziale Versorgung durch ein Team aus Gynäkologie, Suchtmedizin, Psychiatrie, Sozialtherapie (case management), Hebamme und dem Kinderarzt. Wir haben in unserer Praxis in Altona hunderte Schwangere mit diesen Problemen behandelt.
Anfangs, 1988 haben wir opiatabhängige Schwangere vor allem mit Methadon substituiert. Das war damals noch verboten. Wir haben als diplomierte Akupunkteure (1986,Bischko und Bucek, später Gleditsch und Rüdinger) auch traditionelle Akupunktur begleitend angeboten. Die Akzeptanz dafür war gering.
1995 fuhren wir ins Lincoln-Hospital in Bronx. Dieses Team hatte große Erfahrung mit Ohrakupunktur auch bei Schwangeren. Wir lernten bei Dr. Michael Smith, Carlos Alvarez und Nancy Smalls das NADA-Protokoll (NP) kennen und anzuwenden: eine standardisierte Ohrakupunktur mit 5 Punkten, aber in einem besonderen Behandlungsstil und in Kombination mit therapeutischen Gruppen. Diese Akupunktur ist sicher auch für Schwangere. Wir waren von dem neuen offenen Stil, von der Wirkung, der langjährigen Erprobung und der Akzeptanz begeistert. Ich hatte davon schon vorher von Wolfgang Weidig aus der Klinik Agethorst gehört.
Wir haben mit dem NP in unserer Praxis in Altona sofort damit angefangen und auch die Mitarbeiterinnen ausgebildet.
Ich zeige Ihnen im Vortrag ein paar Ergebnisse aus den ersten Jahren. NADA ist eine „Schule“ und lebt von der Wiederholung. NADA ist ein Training für unser vegetatives System. In der Diskussion können wir klären, was dabei alles wirkt, worin der Wert des NP besteht und was diese KI ist.