Das NADA-Protokoll bietet eine niedrigschwellige, nicht-invasive Methode, die Entspannung, Selbstregulation und Stressreduktion fördern kann. Im schulischen Kontext scheint NADA daher geeignet zu sein, da Schüler:innen sowie Lehrpersonen mit steigenden psychosozialen Belastungen, Konzentrationsproblemen und Stress konfrontiert sind.

NADA-Ohrakupressur kann ein ergänzendes Angebot zur Gesundheitsförderung an Schulen bieten, um Ruhephasen zu unterstützen, die Konzentrationsfähigkeit zu stärken und das emotionale Wohlbefinden zu fördern. Besonders in herausfordernden Situationen, etwa bei Prüfungsstress, Konflikten oder erhöhter Anspannung, kann sie zur Stabilisierung beitragen. Zudem ist die Ohrakupressur (im Vergleich zur Ohrakupunktur ohne Nadeln) leicht anwendbar und daher für den schulischen Rahmen besonders geeignet.

Gleichzeitig bestehen Herausforderungen bei der Implementierung. Dazu zählen rechtliche, organisatorische und zeitliche Rahmenbedingungen, die Qualifizierung der Lehrpersonen sowie die Akzeptanz durch Eltern, Lehrpersonen und Schulbehörde. Auch die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit im schulischen Setting ist bislang begrenzt und erfordert weitere Forschung. Eine klare Abgrenzung zu therapeutischen Maßnahmen ist ein weiterer wichtiger Aspekt.

Im Rahmen des Vortrages wird eine Implementierung der Methode in einem speziellen schulischen Setting vorgestellt. NADA wird seit dem Sommersemester 2026 in einer sogenannten schulischen Auszeitgruppe (AZG) angewandt. Insgesamt stellt die NADA-Ohrakupressur hier eine vielversprechende ergänzende Methode der schulischen Gesundheitsförderung dar. Ihr Potenzial liegt insbesondere in der Unterstützung von Selbstregulation und Stressbewältigung. Für eine nachhaltige Integration sind jedoch klare Konzepte, qualifizierte Anwenderinnen und Anwender sowie eine wissenschaftlich fundierte Begleitung erforderlich.